Bauvorhaben Rathaus Minden abgeschlossen

Nach achtjähriger Bauzeit konnte die Gesamtsanierung des Rathauskomplexes in Minden abgeschlossen werden.

Unser Büro hatte hierbei die Verantwortung in allen Leistungsphasen für die Hüllensanierung der historischen Gebäudeteile. Nachdem die Arbeiten am Alten Rathaus mit mittelalterlichem Laubengang bereits im Jahr 2022 abgeschlossen waren, konnten die Arbeiten am Gebäudeteil D, der sogenannten „Alten Regierung“ am Großen Domhof, in diesem Jahr beendet werden.

An beiden Gebäudeteilen wurden die Fassaden aus Portasandstein von Steinmetzen instandgesetzt und die Ziegeldächer energetisch ertüchtigt und neu gedeckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Instandsetzung und energetische Ertüchtigung der Metall- und Holzfenster erfolgte außerdem am alten Rathaus am Markt und als besonderer Hingucker erhielt das Kupferdach des Uhrenturms an der Alten Regierung eine neue Deckung.

Alle Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege, so wurde beispielsweise entschieden, die Einschussspuren an der Südfassade der Alten Regierung als Zeitzeugnis freizulegen und sichtbar zu lassen.

Erfreulicherweise blieben beide Bauabschnitte unterhalb der geschätzten Baukosten!

Schöppenstedter Turm

Der Schöppenstedter Turm war einer der sieben Landwehrtürme der Braunschweiger Landwehr. Das heute erhaltene Fachwerkgebäude ließ die Stadt Braunschweig nach mehrfacher Zerstörung der Vorgängerbauten 1664 errichten.

Nach Auflösung der Landwehr diente das Gebäude als Wirtshaus und Zollstation. Bis in die 70 er Jahre wurde das Gebäude als Gaststätte genutzt, seitdem stand es überwiegend leer.

2023 wurde der Schöppenstedter Turm und die zum Ensemble gehörende Scheune von Kai Sölter gekauft, der mit seiner Stiftung das alte Gasthaus wiederbeleben möchte.

Unser Büro wurde mit der Objektplanung, der Tragwerksplanung und der Brandschutzkonzeption beauftragt. Im Rahmen der Arbeiten haben wir bereits eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt und ein Holzschutzgutachten erstellt.

Außerdem haben wir eine dendrochronologische Untersuchung des Hauptgebäudes und der Scheune durchgeführt, um das Baujahr zu bestätigen und den Denkmalwert der Scheune zu belegen.

Die besondere Herausforderung bei diesem Objekt liegt darin, die heutigen Anforderungen aus Statik, Brandschutz, energetischen Vorgaben, Arbeitsstättenrecht und Denkmalschutz sowie die Anforderungen einer modernen Gastronomie an z.B. Raumbedarf, Gestaltung von Arbeitsprozessen und Lüftung unter einem historischen Dach zu vereinen.

Hierfür entsteht im Süden ein Anbau, der die Funktionsbereiche der Gaststätte sowie ein zweites Treppenhaus aufnimmt. Außerdem wird der abgängige Treppenturm durch einen etwas größeren Treppenturm ersetzt, in dem auch der Haupteingang von der Seite des Biergartens seinen Platz findet. Zur barrierefreien Erschließung wird außerdem ein Aufzug im Anbau angeordnet.

Die Gasträume befinden sich ausschließlich im historischen Kern des Gebäudes und machen so den Charme der historischen Gaststätte wieder erlebbar.

 

 

Wiederaufbau des Turmhelms der Dionysiuskirche in Bremerhaven-Wulsdorf

Foto: Lambers & Ostendorf Ingenieure

In unmittelbarer Nähe des geschichtsträchtigen Jedutenbergs liegt eine der ältesten Kirchen der Unterweserregion: die Dionysiuskirche im südlichen Teil Wulsdorfs. Die romanische Feldsteinkirche aus dem frühen 11. Jahrhundert blickt auf eine bewegte Baugeschichte zurück – mehrfach erweitert, zerstört und wieder aufgebaut. Neben dem Kirchenschiff steht ein freistehender Glockenturm aus dem 15. Jahrhundert.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 2024 kam es zu einem Brand, bei dem der Kirchturm schwer beschädigt wurde. Die Flammen zerstörten den Turmhelm nahezu vollständig, auch die Deckenkonstruktionen aller Turmebenen wurden dabei schwer beschädigt.

Zum Glück konnte die Feuerwehr das Kirchenschiff retten. Auch wenn dieses selbst vom Feuer verschont blieb, ist es seitdem nicht nutzbar.

Unser Büro wurde mit Baukonzeption und Bauaufsicht der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen betraut. Neben den Leistungsphasen 1 bis 3 sowie 5 bis 9 der Objektplanung übernehmen wir auch die Tragwerksplanung. Ziel der Maßnahme ist es, die Turmhelmkonstruktion und die inneren Deckenkonstruktionen denkmalgerecht zu rekonstruieren – unter Berücksichtigung heutiger baulicher Standards und technischer Anforderungen.

Die Bauzeit ist für den Zeitraum von August 2025 bis August 2026 angesetzt.

 

Altes Amtshaus Uelzen (Oldenstadt)

Der markante Fachwerkbau befindet sich im Ortsteil Oldenstadt der Hansestadt Uelzen und steht auf einem ehemaligen Klostergelände, dessen Gründung sich auf das 10. Jahrhundert zurückdatieren lässt. Das Amtshaus ließ der Herzog von Braunschweig und Lüneburg um das Jahr 1625 als Jagdschloss errichten, das Gebäude hat seitdem mehrere Umnutzungen und bauliche Eingriffe erlebt.

Aktuell ist in diesem denkmalgeschützten Gebäude eine Musikschule und die Stadt- und Kreisarchäologie der Stadt Uelzen beheimatet. Erforderliche Sanierungsmaßnahmen, schadstoffbelastete Bausubstanz und eine künftige Ausweitung der Räumlichkeiten für die Musikschule waren die Auslöser für ein Planungsvorhaben, an dem wir die tragwerksplanerische Begleitung im Zuge der Leistungsphasen 1-6 wahrnehmen dürfen.

Unser Beitrag zu diesem Projekt beinhaltet unter anderem die statische und denkmalgerechte Instandsetzung der aus Eichenholz bestehenden Fassade, der schonende konstruktive Einbau eines großen Treppenhauses samt Aufzugsanlage im Inneren des Gebäudes und die Sicherstellung der Gebäudestabilität beim Austausch der Fußbodenaufbauten aller Holzbalkendecken.

Wir freuen uns über die Teilnahme an diesem aufregenden Bauvorhaben!

 

Fassadensanierung Lister Turm

Der Lister Turm aus dem Jahr 1898 steht am Rande der Eilenriede in Hannover und ist das gemeinsame Stadtteilzentrum der Stadtteile List und Oststadt. Das Gebäude ist ein Ort für kulturelle Veranstaltungen und beherbergt eine Kindertagesstätte, ein Restaurant und verschiedene Vereine.

Der Lister Turm besteht aus einem Hauptbaukörper mit vielfältigen ergänzenden Gebäudeteilen, die den mehrgeschossigen, historistischen Gebäudekomplex gliedern und plastisch gestalten. Das Hauptgebäude teilt sich in ein massives Hochparterre mit in rotem Wesersandstein hervorgehoben Details und in mehrere Obergeschosse aus reich geschnitztem Fachwerk. An der Nordostecke des Gebäudes befindet sich der massive Turm, der dem Gebäude seinen Namen gibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Büro war zunächst an den Leistungsphasen 1-4 beteiligt und begleitet derzeit die Ausführung der Sanierungsmaßnahme an der Fassade in den Leistungsphasen 5-8. Die Sanierungsmaßnahme umfasst eine vollständige Fachwerk- und Dachsanierung sowie eine gezielte Mauerwerks- und Fenstersanierung. Der Auftraggeber der Maßnahme ist der Fachbereich Gebäudemanagement der Landeshauptstadt Hannover.

Zurzeit erfolgt der zweite Bauabschnitt auf der Ost- und Südseite. Das Highlight der Sanierung ist das Fachwerk. Nach historischen Befunden und Fotos erhalten die Schmuckelemente im Fachwerk wieder ihre bauzeitliche, rote Farbfassung, die in Abstimmung mit der Denkmalpflege wiederhergestellt wird.

Die Besonderheit dieser Baustelle ist der laufende Betrieb des Stadteilzentrums, der Herausforderungen an die organisatorische Koordination zwischen Nutzern und ausführenden Gewerken stellt.